Grenzen

Grenzstein im Kanton Schaffhausen, Switzerland
Sony Alpha 7II, 50 mm, f/2, 1/160 s, ISO 2000

Grenzräume faszinieren mich. Einerseits gedacht, Gebiete voneinander zu trennen, sind Grenzgebiete immer geprägt von wirtschaftlichem Austausch und kultureller Durchmischung. Menschen, die in Grenzräumen West-Europas leben, habe ich als tolerant und Fremden und dem Fremden gegenüber aufgeschlossen erlebt. Der auf dem obigen Foto gezeigt, weiterhin gültige Grenzstein aus dem Jahr 1839 in einem Waldgebiet im Canton Schaffhausen (alte Schreibweise) belegt, dass nicht alle Grenzen in Europa in den letzten 100 Jahren umstritten oder umkämpft waren. Die dunkle Linie auf dem Kopf des Grenzsteins markiert die Grenze zwischen der Schweiz und dem Grossherzogtum Baden (vgl. Bild unten). Das Grossherzogtum Baden existierte als souveräne Monarchie von 1806-1871 und wurde 1871 teilautonomer Bundesstaat des Deutschen Kaiserreichs. Heute ist das Territorium des Grossherzogtums ein Teil des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg.

#torstenmaywald

English digest: Borders are fascinating me. They are meant to separate, but are regions of economic exchange and cultural mix. I found people, living along the West-European borders, to be tolerant and open to new ideas. The picture shows a landmark in a forest of the Canton Schaffhausen. The dark line on top of the landmark marks the border between the Canton Schaffhausen und the Grandduchy of Bade (see picture below). The Grandduchy was a sovereign state from 1806-1871, when it became an autonomous federal state of the German Kaiserreich till 1918. Today, the territory of the Grandduchy of Bade is a part of the German federal state Bade-Wurttemberg.

Grenzstein im Kanton Schaffhausen, Switzerland
Sony Alpha 7II, 50 mm, f/2, 1/160 s, ISO 2000

Erntezeit

Grüner Mähdrescher von Claas bei der Weizenernte
Mähdrescher in Wagenhausen, Thurgau, Switzerland
iPhone 12 Pro, 6 mm, f/2, 1/1370 s, ISO 25

Dieses Foto habe ich am 21. Juli 2021, aufgenommen. Bereits in der Woche davor sah ich mehr und mehr grosse Mähdrescher auf den Feldern. Die weiten wogenden Weizenfelder, über denen die Luft in der Sonne flirrte, verschwanden eines nach dem anderen. Verschlungen von den Schneidwerken dieser mächtigen Maschinen. Das Stroh wurde zusammengerecht und zu Ballen gepresst und vor dem nächsten Regen in die Scheunen gebracht. Landwirte, mit denen ich mich darufhin unterhielt, um zu erfahren, weshalb die Ernte nicht mehr wie noch in meiner Kindheit im Spätsommer eingebracht werde, sprachen von wärmeren Durchschnittstemperaturen im Frühling sowie Frühsommer. Dies ermögliche eine frühere Aussaat und die höheren Temperaturen lasse das Getreide, auch alte Sorten wie Einkorn und Urdinkel, 5-6 Wochen schneller reifen. Viele der Landwirte sind überzeugt, die höheren Durchschnittstemperaturen seien ein deutliches Zeichen für einen Wandel der klimatischen Bedingungen in unserem Teil Europas.

#torstenmaywald

English digest: Nowadays, farmers harvest their wheat in mid- to end July instead of end of August beginning of September as I have known from childhood on.
Farmers, I spoke with, tell me of higher average temperature in spring and early summer. Most of them are convinced this being one sign of change in the climatic conditions in our part of Europe. Lower picture: straw bales drying in the sun near to the hamlet of Wiesholz, Schaffhausen, Switzerland.

Zu Rollen gepresste Strohballen auf einem abgeernteten Feld
Strohballen bei Wiesholz, Schaffhausen, Switzerland
Sony Alpha 7II, 53 mm, f/11, 1/25 s, ISO 100